Die Textambulanz

Erste Hilfe für Texte in Not.

Zahlreiche Journalisten- und Literaturpreise (Auswahl):

. Projektstipendium für Literatur 2014/2015 vom Österreichischen Bundeskanzleramt Kunst|Kultur
. AutorInnenprämie des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur
. Gewählt zum “Debüt der Erfurter Herbstlese 2013″
. Nominiert für den Förderpreis/Bremer Literaturpreis 2013
. Finalistin Franz-Tumler-Preis für Debütromane 2013
. Gewinnerin Wortlaut 2011
. Gewinnerin 11. Münchner Menülesung / Jury- und Publikumspreis
. Finalistin beim „Preis für Gesundheitsjournalismus Österreich“
. Gewinnerin des Journalistenwettbewerbs des Österreichischen Hilfswerks

Zu meiner Literatur-Seite: www.isabellastraub.at

VITA ZUM AUSWÄHLEN

STRAUBEROVA (Wolf Haas-Style)
Du wirst es nicht glauben, aber manchmal wird eine in der Großstadt geboren, sprich Wien, und zieht dann in ein Nest an den unteren Zipfel des Landes. Weil erstens schönes Wetter und zweitens Liebe und drittens günstige Lebenserhaltungskosten, frage nicht. Du wirst sagen: Universität haben die dort unten auch, sprich Kochlöffelakademie, weil so viele Hausfrauen. Aber interessant: Die hat studiert, was sie interessiert hat, Orchideenfach nichts dagegen. Und dann für die Zeitung geschrieben, weil emsige Schreiber immer gefragt und Studienfach auch egal. Viele in der Zeitung nie eine Uni von innen gesehen, Hauptsache schreiberisch auf zack. Dass sie dann in die Literatur abgetaucht ist, ist eine andere Geschichte, also hör gut zu.

DIE TEXTVERBESSERER (Thomas Bernhard-Style)
Sich für das Schreiben entscheiden heißt nichts anderes, als sich direkt für die Gesellschaftshölle zu entscheiden und jene Leute zu treffen, die man nicht treffen will, niemals treffen wollte, deren Auftauchen ihr noch heute alle möglichen Geisteskrämpfe verursachen, dachte sie auf dem Eames-Stuhl sitzend, denn Werbetexter waren ihr immer schon verhasst, und es gibt doch kaum etwas Abstoßenderes als dieses ganze System, diese grauenhaften Zerstörer alles Geistigen. Wir rennen monatelang umher mit einem Claim im Kopf, von Maria Zahl bis Eiferzappl, und zerbrechen uns den Kopf über ein Produkt und verstehen es am Ende doch nicht, so wie wir nichts verstehen, dachte sie, auf dem Eames-Stuhl sitzend.

ISABELLA. 30 PLUS. (Marlene Streeruwitz-Style)
Diese Wohnung. Hell. In Klagenfurt. Kein Hund. Aber. Ein Kind. Bub. Groß schon. Auch hell. Im Schlafanzug. Vor dem Computer. Dieses Kastl. Sie steht auf. Will auf die Straße sehen. Doch. Das geht nicht. Dachflächenfenster. So war es immer. Der Blick aufs Ganze verstellt. Dafür. Ganz viel Himmel. Sie kommt sich leicht vor. Wenn sie hinaufsieht. Die Zeit, zerhackt in Bits und Bites. Immerzu flimmerndes Kastl. Sie wünscht sich. Einfach nur da sitzen. Lesen. Keiner. Der was will. Aber das ist nicht eingeplant. Außerdem. Sie braucht Clopapier und Kaffeepads.